Vom 21. bis zum 24. Mai 2010 feiert die Katholische Deutsche Studentenverbindung Marchia (Breslau) zu Aachen im CV ihr 100-jähriges Bestehen.
Am Samstag, 22. Mai, lädt die Verbindung um 11 Uhr zu einem Festakt in das SuperC der RWTH Aachen mit einer Festrede des polnischen Professors Dr. Marek Hałub vom Germanistischen Institut der Universität Wrocław, ehemals Breslau, zum Thema “Von Wrocław über Breslau nach Aachen- über das Zusammengehörigkeitsgefühl in der schlesischen Gelehrtenrepublik”.
Um 19 Uhr findet im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit dem Festkommers eine traditionelle studentische Feier statt. Die Festrede des Abends hält Bundesverfassungsrichter a.D. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paul Kirchhof zum Thema “Erneuerung und Zusammenhalt unserer Gesellschaft in der Idee der Freiheit”. Es werden mehr als 400 Gäste erwartet, davon rund 60 Vertreter verschiedenster Studentenverbindungen aus ganz Deutschland in farbenfrohen, studentischen Uniformen.
Die KDStV Marchia wurde 1910 in Breslau gegründet. Als nichtschlagende und farbentragende Verbindung gehört sie dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) an,
der mit rund 32.000 Mitgliedern der größte katholische Akademikerverband Europas ist. 1936 wurde der Verbindungsbetrieb auf Druck der Nationalsozialisten eingestellt, 1938 wurden durch
einen Reichserlass auch die letzten verbleibenden Institutionen des CV verboten. Direkt nach Kriegsende begannen Bemühungen, die Verbindung an einem geeigneten Hochschulort wiederzubegründen, jedoch dauerte es noch bis 1950, ehe die KDStV Marchia in Aachen eine neue Heimat fand. 1953 erwarb die Korporation die inzwischen denkmalgeschützte Villa des Tuchfabrikanten Otto Pelzer in der Nizzaallee 4 am Aachener Lousberg, die bis heute den Mittelpunkt des Verbindungslebens darstellt.
Die KDStV Marchia zählt zurzeit 316 Mitglieder, davon 275 Alte Herren, wie die Absolventen genannt werden, und 41 aktiv Studierende. Zu den bekanntesten Aachener Mitgliedern zählen Stadtarchivrat Dr. Walter Kaemmerer († 1979) und als Ehrenmitglied der RWTH-Historiker Prof. Dr. Max Kerner.